#18 Slow start am Morgen: Warum das mir so enorm gut tut


Mit slow living Konzept zu mehr Produktivität und Motivation

Wenn ich könnte, würde ich alle Fächer auf allen Unis der Welt studieren, alles forschen, in meinen Jobs 100% geben, alle Sprachen lernen, meine Fähigkeiten bessern, in meinen Hobbies immer exzellent sein, naja… Dafür habe ich aber leider weder die Gehirnkapazität, noch die Zeit. Und auch wenn ich jetzt nicht alle Sprachen der Welt fließend spreche, sind meine Tage voll.

Früher habe ich viel mehr auf das große Ganze geschaut, mir mein ganzes Leben als eine Einheit gesehen. Jetzt erkenne ich die Phasen, die Zyklen viel mehr. Für mich persönlich spielen 24 Stunden die größte Rolle. Ein Tag. Denn wir fangen jeden Morgen erneut an. Diese Sicht hat mich sehr entlastet, aber auch viel Klarheit gegeben und die Motivation, sich um einen Tag bestens zu kümmern ist bei weiten größer, als sich die ganze Zeit darüber Gedanken zu machen, die Welt zu bessern und das ganze Leben im Griff zu haben.

Vor allem habe ich für mich entdeckt, dass der Morgen WIRKLICH den Ton für den restlichen Tag setzt. Die Intention, die ich schon am Morgen verspüre zieht sich in der Regel wie ein roter Faden durch den Tag. Und sobald ich es erkannt hab, habe ich mehr Wert darauf gelegt, wie ich mit mir am Morgen umgehe. Und so habe ich für mich gelernt: slow start am Morgen, darauf kommt es an.

Slow start am Morgen gehört ja generell zu dem Konzept des slow living.

Es geht bei diesem Konzept vor allem darum, dass man ein ausgeglichenes, ruhigeres und für sich sinnvolles Leben führt. Meinen Lebensstil und meine Tagesabläufe diktiere also ich selbst. Es geht also darum, dass man achtsam ist, dass man bewusst das Umfeld wahrnimmt und nicht so blind durch’s Leben rennt. Man achtet auch mehr auf Respekt zu anderen Menschen und aber auch Dingen, man reduziert den Lärm im Leben, das Unnötige und Störende, man verlässt mehr auf die Zyklen des Lebens, auf die natürliche Abläufe und ich finde es insgesamt sehr schön. Für mich ergibt das absolut Sinn. Ein kleines bisschen mehr von dem Feeling, dass alles EINS ist – das ist genau mein Ding. Ich war schon immer ein Denker, mir ist es eben wichtig, Rücksicht zu nehmen und das slow living hat in meinem Leben eine Rolle gespielt, bevor ich überhaupt von dem Begriff wusste. Es war tatsächlich eine natürliche Entscheidung, so aus dem Bauchgefühl.

Auch wenn slow living nicht das Gleiche wie Minimalismus ist, gibt es dort Parallele. Man geht eben bewusster mit sich selbst um, und bemüllt den Kopf nicht ständig. Ich könnte jetzt nicht unbedingt sagen, ob ich das slow living gemeistert habe, weil ich das immer so aus dem Bauchgefühl schon gemacht habe, aber ich weiss, dass es immer eine größere Rolle spielt und ich möchte das immer mehr durchziehen. Minimalismus und slow living sind jetzt momentan sogar recht trendy, und man kann sich leicht darüber informieren. Ich würde auch dir raten, mal was darüber zu lesen. Im Prinzip ist das für jeden Menschen förderlich, denn grob genommen geht es darum, langsamer und vor allem bewusster das Leben anzugehen. Ich glaube davon könnten wir alle was lernen, so wie wir immer rennen, machen, tun und konsumieren.

Und das ist auch auf gar keinen Fall, dass man bei slow living weniger schafft oder macht – eigentlich ganz im Gegenteil. Ich schaffe sogar mehr, wenn mein Hirn und mein Tagesablauf sortiert sind. Ich schaffe eben mehr in den Bereichen meines Lebens, die mir wichtig sind. Und dann ist es ganz egal, dass Tausende Dinge auf der Strecke bleiben, denn sie dürfen auch auf der Strecke bleiben.

Wenn ich in den Tag langsam starte, bin ich in der Regel den ganzen Tag entspannt, konzentrierter, erfolgreicher und auch glücklicher und ausgeglichener. Sobald mir meine Morgen Routine fehlt, bin ich oft durch einander, finde die Motivation eher schlecht und mir fehlt auch das Durchhaltevermögen. Im Prinzip, belohne ich mich quasi schon am Morgen für den Tag, der kommen wird und nicht umgekehrt. Man sagt ja auch, dass man dafür dankbar sein sollte, was man in der Zukunft haben wird und dann kommt es auch so. Ich glaube auch daran, von daher ergab alles ziemlich Sinn.

Mein Morgen besteht im Prinzip aus drei Etappen.
Zuerst ist die Pflege: Ein Glas Wasser, das Bad, duschen, Zähne putzen, das Gesicht waschen und mich bequem anziehen. Dann brühe ich mir noch einen Tee auf, damit ich in die zweite Etappe gehen kann.
Diese besteht aus bewusste Ruhe. Ich esse manchmal etwas, wenn ich nicht faste, und wenn ich faste, dann trinke ich eben meinen Tee in Ruhe, und wache mehr und mehr auf. Dabei lese ich manchmal ein Buch oder schaue einfach aus dem Fenster. Manchmal gehe ich da schon mit meinem Hund raus für einen Spaziergang, manchmal strecke ich mich. Auch hier ist mein Handy noch nicht in meiner Hand. Ich schaue mir keine Nachrichten an, keine Serien, höchstens höre ich Musik aber auch das super selten. Es geht wirklich darum, das Hirn nicht sofort Busy zu machen. Ich meditiere gern aktiv in dieser Phase. Zum Beispiel beobachte ich einige Minuten, wie mein Tee dampft, oder wenn es sonnig ist, sitze ich einfach in der Sonne.
Die dritte Phase bereitet mich dann auf den Tag. Jetzt ist es Zeit, dass ich meinen Tag plane, also fange ich an mit meiner Zielsetzung und to-do Liste, schaue schon mal in den Kalender rein und melde mich kurz auf social media, ohne aber das ich scrolle oder interagiere. Diese Phase geht ein Weilchen, denn ich möchte mich auf gar keinen Fall hier beeilen, sonst ist die Tagesplanung zu chaotisch.
Erst wenn ich damit fertig bin, leg ich mit meinem Tag los. Aber dann trödele ich auch nicht mehr! Mein Morgen dauert ca. 1 Stunde. In der Stunde mache ich ebene meine Morgenroutine, frag ich mich auch manchmal wie es mir geht, gebe meinem Hund und wenn geht auch meinem Partner etwas Liebe und bereite mich auf den Tag. IN RUHE. Und das setzt den Ton für den Tag. Weiterhin – und das ist für mich persönlich sehr wichtig – ich zeige mir selbst schon da, wie wichtig ich mir selbst bin, und dass ich diese Zeit wert bin. Wir sind das schon sooo gewohnt, dass alles so schnell passiert, so viel ist, so bunt, alles ändert sich, unsere Kalender sind voll, die Trends kommen und gehen, das Handy konstant klingelt – mir persönlich ist das alles zu viel. Zeit ist das wertvollste überhaupt und ich habe für mich das als Aufgabe gemacht, mit dieser Ressource achtsam umzugehen.

Nach solch einem slow start am Morgen bin ich immer total gut aufgeladen, hab richtig gute Konzentration, und gehe durch meinen Tag mit einer gewissen Leichtigkeit. Es hat einfach was, die to-do Listen und die Zeit auszusortieren. Man kann schon ein bisschen sagen, dass slow living das Minimalismus für unseren Kopf und Psyche ist.

Kennst du dich vielleicht schon mit slow living aus? Ich würde mich natürlich freuen, auch dein Feedback dazu zu hören oder vielleicht kannst du mir auch ein Paar slow living Routinen teilen. Dann finde mich auf Instagram und schreib mir einfach!

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